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Josefine Lehner wurde Bundessiegerin

Mit Medusa beste Giesserin im Leistungswettbewerb .

Mit „Medusa“ auf Platz 1.

Josefine Lehner (24) aus dem Landkreis Starnberg schaffte ein  Gesellenstück und wird Bundessiegerin im Landeswettbewerb des Handwerks 2014

Berg/Höhenrain – 3. Dezember 2014: Als sich die junge Josefine Lehner für „Medusa“ als Thema ihres Gesellenstücks im Handwerk Metall- und Glockengießen entschied, traf sie eine folgenreiche Wahl. Denn das sehr feinteilig und aufwändig gearbeitete Werk der jungen Kunstgießerin überzeugte die Jury und machte sie am 14. November 2014 im bundesweiten Leistungswettbewerb des Handwerks zur Bundessiegerin ihrer Sparte.

Das mit überragendem handwerklichem Können gestaltete Gesellenstück zeigt eine Frau, deren Körper sich in schlangenähnliche Tentakel auflöst: ein perfektes Motiv, mit dem Josefine Lehner ihr Gespür für Plastizität, spannungsreiche Oberflächen und Dynamik beweisen konnte. Ursprünglich entstammt Medusa der griechischen Mythologie. Der Sage nach wurde sie als eine von drei Töchtern der Meeresgottheiten Phorkys und Keto geboren. Von Geburt an war sie eine Gorgone, also eine Schreckensgestalt, die durch die Welt zog und jeden, der sie ansah, zu Stein erstarren ließ. Für Josefine Lehner war die Begegnung mit Medusa allerdings nicht mit Furcht, sondern mit Freude, Stolz und einer besonderen Auszeichnung für ihren weiteren beruflichen Weg verbunden.

Der souveräne 1. Platz im Bundeswettbewerb bedeutet für die hervorragende junge Metall- und Glockengießerin den äußerst erfolgreichen Abschluss ihrer handwerklichen Ausbildung. Diese grundlegende Phase ihrer beruflichen Qualifizierung hat sie in der Kunstgießerei Hofmeister in Berg/Höhenrain durchlaufen. Mit dem hier erworbenen Wissen, ihrer großen praktischen Fertigkeit und einem gehörigen Stück Ehrgeiz gelang es ihr, den Weg zur Bundessiegerin sehr zielstrebig zu gehen. Wie es die Richtlinien für die Teilnahme vorgeben, hat sie zunächst als bester Lehrling ihres Fachs die Auszeichnung der Handwerkskammer für München und Oberbayern gewonnen. Daran schloss sich die Prämierung als bayernweite Kammersiegerin bei den Metall- und Glockengießern an. Die Urkunde als beste Gesellin konnte sie am 23. Oktober 2014 in Schweinfurt entgegennehmen. Nun hat sie als krönenden Abschluss die führende Position im deutschlandweiten Wettbewerb errungen. Dieser Wettstreit der besten handwerklichen Nachwuchskräfte wurde in den Werkstätten des Bundesfachzentrums Metall und Technik in Northeim ausgetragen.

 

Selbstverständlich war der Jubel über diesen tollen Preis bei Josefine Lehner und auch in der Kunstgießerei Hofmeister riesengroß. Hier konnte man sich im Jahr 2003 schon einmal über einen Bundessieger freuen. Als frisch gekürte Spitzenfachkraft der metallhandwerklichen Berufe ruht sich Josefine Lehner auf ihren Lorbeeren nicht aus. Sie wird weiterhin in der Kunstgießerei Hofmeister arbeiten und hat sich als nächsten Schritt die Meisterprüfung vorgenommen. Ideen für ihr Meisterstück hat sie schon – die sind aber noch streng geheim!

 

Pressemitteilung Metallhandwerk

https://www.metallhandwerk.de/de/Newsletter2/11-2014/Traumberuf-Kunstgiesserin.asp

 

 

Über den Wettbewerb

Der Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks ist ein Wettstreit junger Handwerkerinnen und Handwerker auf Kammer-, Landes- und Bundesebene. Teilnehmen können Handwerkerinnen und Handwerker aus allen Gewerken, die ihre Gesellen- oder Abschlussprüfung in der Zeit vom Herbst des Vorjahres bis zum Sommer des Wettbewerbsjahres abgelegt haben. Dafür müssen sie die Prüfung mindestens mit der Note 2,4 bestehen und sollten zum Zeitpunkt der Prüfung das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Erstplatzierten kommen jeweils eine Runde weiter: So messen sich die Gewinner auf Kammerebene im Anschluss mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf Landesebene, bevor die Landessieger auf Bundesebene antreten und die deutschlandweiten Sieger in den einzelnen handwerklichen Schwerpunkten ermittelt werden.

 

Die Besten in Oberbayern
Pressemitteilung der Handwerkskammer für München und Oberbayern

Josefine Lehner wurde Kammersiegerin bei den Metall- und Glockengießern, FR: Kunst- und Glockengusstechnik. Münchens Bürgermeister Josef Schmid (links) und Kammervizepräsident Franz Xaver Peteranderl gratulierten.

© Handwerkskammer für München und Oberbayern

 

Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Kammerebene
26. September 2014

“Pack mit an” lautet die Aufforderung der Imagekampagne des deutschen Handwerks: “Genau das haben unsere Siegerinnen und Sieger im Leistungswettbewerb gemacht: sie haben die letzten Jahre richtig angepackt, in der Ausbildung alles gegeben und in der Prüfung hervorragende Ergebnisse erzielt”, erklärte Kammervizepräsident Franz Xaver Peteranderl, bei der Feier für 87 junge Frauen und Männer, die im Bezirk der Handwerkskammer in ihrem Beruf die beste Gesellen- bzw. Abschlussprüfung abgelegt hatten. Peteranderl betonte, dass das Handwerk weiterhin erstklassige Leute für eine Ausbildung gewinnen müsse. Besonders wichtig dabei sei, die Attraktivität der beruflichen Bildung gegenüber dem akademischen Weg zu betonen – “schließlich findet nicht jeder sein Glück an der Hochschule.” Auch der Meisterbrief ermöglicht ein Hochschulstudium und schafft die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start als selbstständiger Unternehmer, als Führungskraft und Ausbilder. Seit dem 1. September 2013 erhalten alle erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen einer Meisterprüfung oder einer anspruchsvollen Fortbildung des Handwerks übrigens den mit 1.000 Euro dotierten “Meisterbonus”. Dieser wird automatisch über die Handwerkskammer ausbezahlt. Außerdem dankte der Kammervizepräsident den Ausbildungsbetrieben, den Ausbildern in den überbetrieblichen Unterweisungsstätten der Kammern und Verbände, den Mitgliedern der Prüfungsausschüsse, den Bewertern im Leistungswettbewerb, den Lehrkräften der Berufsschulen und den Eltern: “Sie alle sind die Mütter und Väter des Erfolges.” Den Gesellinnen und Gesellen wünschte Peteranderl für den weiteren Wettbewerbsverlauf eine Fortsetzung der Erfolgsserie: “Halten Sie die oberbayerische Fahne hoch und kommen Sie als Landesoder Bundessieger zurück, damit jeder von der erstklassigen Qualität der Ausbildung in München und Oberbayern überzeugt bleibt.” Für die Landeshauptstadt München gratulierte Bürgermeister Josef Schmid. Im Rahmen der Veranstaltung ehrte die Handwerkskammer außerdem zehn verdiente Ausbilder. Diese erhielten von Maria Els, Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern, eine Urkunde der Bayerischen Wirtschaftsministerin.

 

Feier der Landessieger in Schweinfurt

Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 34 Oberbayern belegen auf Landesebene Platz 1 34 junge Frauen und Männer aus Oberbayern sind die besten Gesellen des Freistaates in ihren jeweiligen Ausbildungsberufen. Sie wurden heute im Schweinfurter Konferenzzentrum als Landessiegerin bzw. Landessieger beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks ausgezeichnet. „Wir sind stolz darauf, dass knapp ein Drittel der Landessiegerinnen und Landessieger aus München und Oberbayern kommen“, betont der Präsident der Handwerkskammer Georg Schlagbauer. Er bezeichnet die Landessieger als „Crème de la crème des Handwerksnachwuchses 2014“. Sie verkörperten das, was das Handwerk ausmache: Modernität und Innovation. Schlagbauer: „Das Handwerk bietet Chancen und Karrieren, es ist die sympathische Wirtschaftsmacht von nebenan“. Trotzdem werde es auch aufgrund der demographischen Entwicklung immer schwieriger für den Wirtschaftsbereich Handwerk, geeignete Lehrlinge in ausreichender Zahl zu finden, erklärt der Kammerpräsident. Ende September wurden bei der Handwerkskammer 30 Ausbildungsverträge weniger registriert als ein Jahr zuvor. „Wir gehen daher auch neue Wege und sind ständig auf der Suche nach neuen Zielgruppen, die aus unserer Sicht gut zum Handwerk passen“, so Schlagbauer. Als Beispiele nennt er Jugendliche mit Startschwierigkeiten und junge unbegleitete Flüchtlinge.

 

Bundessiegerin in Northeim

Nur wer schon Landesmeister oder Landesmeisterin ist, darf hier mitmachen. In den Werkstätten des Bundesfachzentrums Metall und Technik in Northeim kämpften am 14. November 2014 Spitzenfachkräfte der metallhandwerklichen Berufe um den Titel Deutscher Meister. Am Ende stand fest………

 

Traumberuf Kunstgießerin

Josefine Lehner: „Für mich soll das Zukunft haben.“

„Ich wollte eigentlich nur ein kurzes Praktikum machen und bin dann ganz geblieben“ , erzählt Josephine Lehner. Die 24 Jahre junge Frau ist Mutter einer 5-jährigen Tochter, hat kürzlich erfolgreich die Ausbildung zur Kunstgießerin abgeschlossen und wurde im November dieses Jahres im Rahmen der Deutschen Meisterschaft des Metallhandwerks in Northeim zu Deutschlands bester Kunstgießerin gekürt.

Nach dem Abitur ging es erst einmal an die Uni. Das war aber nicht das Richtige. Es zog sie ins Handwerk. Sie hatte in Erwägung gezogen, Goldschmiedin zu werden. Dann führte sie der Zufall in die Kunstgießerei Mark Andreas Hofmeister am Ammersee. Eine Freundin, die Holzbildhauerei studierte, nahm sie mit zu einer Besichtigung dieser Werkstatt. Was sie dort sah, hat sie fasziniert. Sie bat darum, ein Praktikum machen zu dürfen. So fand sie ihren Traumberuf. Sie machte eine Ausbildung im Metall- und Glockengießerhandwerk Schwerpunkt Kunstguss.

„Ich hatte keine Vorstellung davon, was Kunstgießer machen. Aber es hat mir sofort gefallen. Die Arbeit mit der Kunst und die Zusammenarbeit mit den Künstlern ist mein Ding. Man sieht tolle Sachen und lernt spannende Leute kennen. Etwas mit den eigenen Händen zu machen, ist wahnsinnig zufrieden stellend, und wenn man es dann am Ende sieht und auch mit Kunst zu tun hat. Das ist super.”

In den letzten zwei Jahren hat sie das Herstellen von Wachsmodellen, den Formenbau und das Eingießen erlernt, aber auch technisches Zeichnen, Werkstoffkunde und alle wichtigen Gießverfahren. Josephine Lehner: „Es gibt verschiedene Verfahren, z.B. Wachs-Ausschmelzverfahren und Sandguss-Verfahren. Mit dem Wachsguss kann man feine Sachen machen, aber Sandguss geht schneller.“ Sie legt Wert darauf, dass Kunstguss ein Handwerk ist. Aber eines, für das man künstlerisches Gespür braucht.

Die Modelle, die die Künstler in die Kunstgießerei Hofmeister bringen, sind aus den unterschiedlichsten Materialien: Holz, Stein, Wachs, feuchter oder gebrannter Ton oder Styropor. Kürzlich kam auch ein Künstler mit einem Modell, das ausgedruckt worden war. Als kostbare Bronzen (halb Kupfer, halb Messing) verlassen sie dann die Kunstgießerei Mark Andreas Hofmeister am Ammersee, um in Museen, bei Sammlern oder im öffentlichen Raum das Auge zu erfreuen.

Solche Kunstwerke entstehen in enger Zusammenarbeit zwischen dem Künstler und den KunstgießerInnen. Josephine Lehner: „Die Künstler wollen oft mitarbeiten und legen manchmal sogar selber Hand an. Es ist wichtig die Wünsche der KünstlerInnen zu verstehen. Viele KünstlerInnen haben selber eine Ausbildung im Kunstguss gemacht und anschließend Kunst studiert. Besonders viel Freude hat mir vor Kurzem die Herstellung eines lebensgroßen Esels gemacht. Er sah so echt aus. Man dachte, er lebt.“

Die Frage, ob so viel teure Handarbeit eigentlich Zukunft hat und neue Technologien das Handwerk nicht überflüssig machen, verunsichert die Kunstgießerin nicht. Sie ist sich sicher: „Es wird auch in Zukunft Menschen geben, die ihr Geld in schöne Dinge investieren. Für mich soll es Zukunft haben. Ich möchte dabei bleiben. Demnächst irgendwann den Meister machen. Mein Traum ist ein eigenes Unternehmen.“

 

Pressemitteilungen

Merkur Starnberg 17. Dezember 2014

Bundessiegerin dank Medusas Blick

Die 24-jährige Josefine Lehner aus Buch am Aminersee ist Deutschlands beste Kunstgießerin

Höhenrain/Buch – Josefine Lebner arbeitet mit flüssigem Metall. So gut, dass sie mit ih­rem Gesellenstück Bundes­siegerin in ihrer Sparte wur­de, Sie ist Deutschlands beste Kunstgießerin.

Die 24-jährige Metall- und Glockengießerin aus auch am Ammersee hat zum Ab­schluss ihrer zweijährigen Lehre eine Medusa gefertigt, die die jung überzeugte: eine Frau, deren Körper sich in schlangenähnliche Tentakel auflöst_ „Ein perfektes Motiv, mit dem Josefine Lehner ihr Gespür für Plastizität, span­nungsreiche Oberflächen und Dynamik beweisen konnte”, sagt ihr Lehrherr Marc-An­dreas Hofmeister.

In Seiner Höhe nru iner Werkstatt schaute Josefine Lehner zufällig vorbei. Sie kam mit einer Freundin, war sofort fasziniert von der Ar­beit und fragte nach einem Praktikum, Sie wollte ohne­hin lieber ein Handwerk er­le.men als weiter zur Uni zu gehen. „Die Arbeit mit der Kunst und die Zusammenar­beit mit den Künstlern ist mein Ding”, sagt sie begeis­tert_ „Man. sieht tolle Sachen und lernt spannende Leute kennen. Etwas mit den eige­nen Händen zu machen, ist wahnsinnig zufriedenstellend,”

Während  ihrer Lehrzeit fer­tigte die junge Frau Wachs­modelle, baute Formen und erlernte das Eingießen von Metall, Zu ihrer Ausbildung gehörte auch technisches Zeichnen, Werkstoffkunde und das Kennenlernen aller wichtigen Gießverfahren, „Es gibt verschiedene Verfahren, zum Beispiel Wachs-Aus­sehmelzverfahren und Sand­guss-Verfahren”, sagt die Run ch.erin. „Mit dem Wachsguss kann man feine Sachen ma­chen, aber Sandguss geht schneller” Sie legt Wert da­rauf, dass Kunstguss ein Handwerk ist, Aber eines, für das man künstlerisches Ge­spür kraucht.

Ihre Medusa zeigt dieses künstlerische Gespür – und lässt den Betrachter keines­wegs zu Stein erstarren, wie es die Medusa in der grie­chischen Mythologie schaffte. „Der Gegensatz zwischen dieser schönen Frau und den hässlichen Tentakeln hat mich immer schon faSziniert”, sagt Josefine Lehner, üblicherweise sind die Kunstgießer diejenigen, die die Träume der Künstler ver­wirklichen. Die Künstler kommen mit Entwürfen und wollen sie in Bronze gegossen haben. Die Modelle, die sie in die Kunstgießerei Hofmeister bringen, sind aus den unter­schiedlichsten Materialien: Holz, Stein, Wachs, feuchter oder gebrannter Ton oder Styropor, Als kostbare Bron zen – halb Kupfer, halb Mes­sing – verlassen sie dann die Kunstgießerei Hofmeister, um in Museen, bei Sammlerin oder im öffentlichen Raum die Betrachter zu fesseln. Aus der Wöhenrainer Werkstatt stammt etwa die Galionsfigur für die MS Starnberg.

Josefine Gehher ist klar, dass sie als Frau in einer Männerdomäne Unterwegs ist „Während der Lehrzeit hatte ich aber nie das Gefühl, dass ich deshalb Probleme kriegen künnte.” Im Gegenteil: „Wenn es etwas Schweres zu heben gibt, ist es gut, wenn ein männlicher Kollege in der Nähe ist.” Sie wird in der Hö­h.errrainer Werkstatt weiterar­beiten, Ihr Traum; si.c.h ir­gendwann selbstständig zu machen.

 

Süddeutsche Zeitung, Mittwoch, den 24. Dezember 2014

 

Starnberg
Ausgezeichnetes Gesellenstück

Josefine Lehner wollte Bioingenieurwesen studieren. Doch der Besuch einer Kunstgießerei bescherte der besten Nachwuchs-Metall- und Glockengießerin Deutschlands völlig neue Perspektiven Berg – Der Geruch nach Gips, Metall und Stein liegt in der Luft, graue, bronzefarbene und goldene Skulpturen zieren den Raum, Wachsmodelle liegen auf den Tischen der Kunstgießerei Hofmeister in Höhenrain. Hier lernte Josefine Lehner und machte dort ihren Abschluss. An sich nichts Besonderes, doch wurde die 24-Jährige mit ihrem Gesellenstück „Medusa“ Bundessiegerin in der Sparte Metall- und Glockengießen im Landeswettbewerb des Handwerks 2014. „Ich freue mich sehr, dass mein Gesellenstück so gut bei der Jury angekommen ist“, sagt die Künstlerin. Insgesamt 45 Stunden Arbeit stecken in der kleinen Medusa-Statue, 30 Stunden fürs Erstellen der Wachsfigur und weitere 15 Stunden für den Bronzeguss. „Aber es hat sich gelohnt“, sagt die junge Frau. Anmutig steht die kleine Medusa auf dem Tisch: Die Gottestochter hat einen grazilen Körper, der sich im unteren Teil in quallenartige Tentakel wandelt. Liebevoll und detailgetreu hat Lehner ihn gefertigt. Es lässt sich sogar der in der griechischen Mythologie so gefürchtete Blick erkennen: Jeder, der Medusa in die Augen blickt, heißt es, wird augenblicklich versteinert. Furchteinflößend war sie in den Sagen, und das ist sie hier auch. Jedoch nicht grob, sondern feingliedrig und voller Leben. Warum sie die Figur der Medusa wählte, weiß die 24-Jährige selbst nicht genau. „Irgendwie hatte ich sie schon länger im Kopf“, sagt Lehner, „erst wollte ich sie aus Holz machen, habe mich dann aber doch für Bronzeguss entschieden.“ Mit ihrem Werk bewies die junge Kunstgießerin aus Buch am Ammersee viel Gespür für Plastizität, spannungsreiche Oberflächen und Dynamik. Ihr Fachwissen erwarb sie in der Kunstgießerei Hofmeister, in der sie alle entscheidenden Etappen ihrer beruflichen Ausbildung durchlief. Ihr Lehrherr Marc-Andreas Hofmeister sagt: „Wir sind sehr stolz auf Josephine.“ Das besondere an ihrem Werk sei, dass sie alles komplett alleine gemacht hat: von der Idee, über die Umsetzung bis hin zur Statue – alles sei der Kreativität der jungen Frau entsprungen. „Normal ist es üblich, dass wir die Künstler fragen, ob wir ihr Modell als Gesellenstück verwenden dürfen“, erklärt Lehner. „Ich wollte aber unbedingt alles selber machen, etwas eigenes schaffen.“ Der Erfolg gab ihr recht: Zunächst wurde sie bester Lehrling ihres Fachs und erhielt die Auszeichnung der Handelskammer München und Oberbayern. Dann folgten Auszeichnungen als bayernweite Kammersiegerin der Metall-und Glockengießer sowie als beste Gesellin 2014. Krönender Abschluss ist nun der Sieg im deutschlandweiten Wettbewerb der Nachwuchskräfte, der in den Werkstätten des Bundesfachzentrums Metall und Technik in Northeim ausgetragen wurde. „Ich liebe meinen Beruf“, schwärmt die junge Frau. Und das, obwohl sie eigentlich etwas anderes machen wollte.
Nachdem sie ihr Bioingenieurwesen-Studium abgebrochen hatte, wollte sie Goldschmiedin werden. „Doch dann hat mich eine Freundin in die Kunstgießerei mitgenommen und es hat sofort gepasst.“ Jetzt könne sie sich gar nicht mehr vorstellen, was anderes zu machen. „Etwas mit den eigenen Händen zu machen und anschließend das Ergebnis sehen zu können – das hat mich erfüllt“, schwärmt sie. Lehner will zunächst weiterhin bei Hofmeister arbeiten und nächstes Jahr ihre Meisterprüfung ablegen. Danach wird sie „mal schauen was kommt“. Auf jeden Fall aber, will sie „in dieser Richtung bleiben“. Tanja Buchka